Legal Tech in Österreich: Warum sich der Anwaltsmarkt dramatisch ändern wird

Anwaltsleistungen per Mausklick, Künstliche Intelligenz bei der Vertragserstellung und Rechtsrecherche – Die Digitalisierung ist auch in der Rechtsbranche angekommen und wird die Art, wie wir Anwälte finden und Anwaltsleistungen erwerben, verändern.

Während in Österreich Legal Tech noch in den Kinderschuhen steckt, boomt Legal Tech in den USA. Zahlreiche Startups konnten bis 2017 über eine Milliarde Dollar an Finanzierung von Venture Capital Firmen generieren. Nach dem bislang ungebrochenen FinTech Hype rückt nun also auch die Rechtsbranche immer mehr in den Fokus.

Legal Tech Startups werden die bislang von der Digitalisierung weitgehend unberührte Rechtsbranche dramatisch verändern. Neue Rechtsplattformen machen es möglich, dass mit wenigen Klicks Gesellschaften gegründet werden können, Verträge entworfen oder überprüft werden, dass Due-Diligence Prozesse bei M&A Transaktionen oder Rechtsrecherchen durch Artificial Intelligence übernommen werden.

Grundsätzlich kann man Legal Tech in zwei verschiedene Märkte unterteilen: Zum einen entwickeln Startups Software und Leistungen, die Anwälte unterstützen sollen, indem Arbeitsprozesse automatisiert und verbessert werden. Zum anderen werden Technologien entwickelt, die den Anwalt selbst durch künstliche Intelligenz ersetzen sollen.

Die Digitalisierung ist daher nicht nur eine Gefahr für Arbeiter und Angestellte im Einzelhandel und Industrie. Auch gut bezahlte Jobs in der Dienstleistungsbranche sind gefährdet – Versicherungen, Banken, aber insbesondere auch in der Rechtsbranche. Viele der angesprochenen Tätigkeiten werden derzeit noch von jungen Anwälten oder Rechtsanwaltsanwärtern übernommen. Mit der fortschreitenden Technologie können zwar Kosten für Klienten gesenkt werden aber gleichzeitig könnten diese Arbeitsplätze gefährdet sein. Die Änderungen des Marktes betreffen kleine Sozietäten wie große Wirtschaftskanzleien gleichermaßen.

Die Rechtsbranche steht vor ähnlichen großen Veränderungen wie die Reisebranche vor 10 oder 15 Jahren. Heute ist es vollkommen normal Reisen online abzuwickeln und nicht mehr den Weg ins Reisebüro anzutreten. Die Art wie ein Urlaub gebucht wird, hat sich vollkommen verändert. Eine ähnliche Entwicklung steht auch der Anwaltsbranche bevor.

Konsumenten sind es gewohnt Dienstleistungen online erwerben zu können. Warum sollte dies nicht auch für anwaltliche Leistungen gelten? Klienten werden in Zukunft nicht mehr aufgrund von Empfehlung aus dem Freundes- und Bekanntenkreis bei der Sekretärin anrufen, einen Erstberatungstermin vereinbaren, mehrere Tage später in der Kanzlei erscheinen und dann vor Ort mit dem Anwalt über das Honorar verhandeln. Das alles ist sehr zeit- und kostenintensiv. Klienten wollen schnell und effizient mit wenigen Klicks entsprechende anwaltliche Leistungen erwerben und vor allem Preise vergleichen können.

Ein bislang großes Problem der Rechtsbranche ist die Intransparenz. Studien in den USA und Deutschland sind zum Ergebnis gekommen, dass 70-80% der Bevölkerung aus Angst vor den Kosten nicht zum Anwalt gehen. Hier gilt es für den Mandanten eine Preistransparenz herzustellen und anwaltliche Leistungen vergleichbar zu machen. So kann das große, bislang brachliegende Potential an Konsumenten angesprochen werden, die bisher nicht daran gedacht haben, bei einem rechtlichen Problem zum Anwalt zu gehen.

Diese Vergleichbarkeit wird in den USA (LegalZoom, RocketLawyer) wie auch bereits in Deutschland von zahlreichen Plattformen (Jurato, advocado) hergestellt. Auch in Österreich gibt es mittlerweile einen solchen Marktplatz für Anwaltsleistungen: meinanwalt.at ist eine Legal Tech Plattform, auf der Preise von Anwälten für bestimmte Leistungen – z.B. Gesellschaftsgründungen, Vertragsprüfungen, Beratungsleistungen – verglichen werden können und mit wenigen Schritten die entsprechende Leistung online angefragt werden kann.

Dabei zeigt sich, dass Österreicher derartigen Entwicklungen durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen: Eine Studie von LexisNexis aus dem Jahr 2017 zum Thema Legal Tech in Österreich hat ergeben, dass 70% der befragten Teilnehmer offen für automatisierte Rechtsberatung sind. Berührungsängste der Konsumenten sind offenbar nicht vorhanden.

Legal Tech ist erst am Anfang, aber die angesprochenen Technologiesprünge werden sich in wenigen Jahren auch in Österreich bemerkbar machen.

Die 5 spannendsten Legal Tech Startups in Österreich

Die österreichische Legal Tech Szene steckt im Vergleich zu Deutschland noch weitestgehend in den Kinderschuhen. Allerdings entstehen auch hierzulande immer mehr neue spannende Unternehmen. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick über die interessantesten Legal Tech Startups in Österreich bieten.

  1. meinanwalt.at 

meinanwalt.at ist ein Wiener Startup, das 2015 als Bewertungsplattform für Rechtsanwälte gegründet wurde. Seit 2017 werden auch Anwaltsleistungen zum Fixpreis – sogenannte „Rechtsprodukte“ – angeboten. Erstmals in Österreich können Nutzer online aus verschiedenen Rechtsbereichen anwaltliche Leistungen zum festen Preis auswählen und vergleichen. meinanwalt.at möchte als online Marktplatz für Anwaltsleistungen die Transparenz und Effizienz des Anwaltsmarktes insgesamt deutlich erhöhen.

www.meinanwalt.at

  1. LeReTo

LeReTo ist ein Wiener Startup, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Quellenrecherche und Datenbankabfrage bei der Prüfung von Schriftsätzen und Urteilen für Rechtsanwälte zu automatisieren bzw. effizienter zu gestalten. Rechtstexte im PDF-Format werden auf zitierte Quellen durchsucht und automatisch im RIS abgefragt. Es werden unterschiedliche Pakete angeboten – für Einzel- oder auch Mehrfachzugänge.

www.lereto.at

  1. ProntoSub 

ProntoSub ist eine Plattform zur Vergabe und Verwaltung von Substitutionen. Rechtsanwälte können sich auf der Plattform registrieren und die Verrichtung von Verhandlungsterminen online anbieten. Die Anmeldung für Anwälte ist kostenlos. Wird eine Substitution übernommen, fällt eine Gebühr von 30€ + USt. an.

http://www.prontosub.at

  1. Substitut24

Wie ProntoSub ist auch Substitut24 eine Plattform, die sich an Rechtsanwälte richtet. Mit wenigen Klicks können Vertretungstermine ins Netz gestellt werden. Um die Verhandlungstermine übernehmen zu können, muss der jeweilige Rechtsanwalt registriert sein. Die Registrierung ist kostenlos. Substitut24 stellt den Kontaktdatenaustausch zwischen Interessenten her. Wird ein Substitutionsauftrag vermittelt, fällt eine Gebühr von EUR 20 exkl. USt. an.

http://www.substitut24.at

  1. Law Academy

Lawacademy ist eine Video-Plattform, auf der rechtliche Inhalte für Konsumenten einfach und verständlich vermittelt werden sollen. Die Videos decken verschiedenste Rechtsbereiche – ua. Familienrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht – ab. Manche Videos können kostenlos angesehen werden, überwiegend fallen jedoch Kosten von 2-3 EURO pro Video an.

www.lawacademy.at

Legal Tech Konferenz in Wien

Am Mittwoch, den 29. November ist es soweit: Die erste österreichische Legal Tech Konferenz findet im Park Hyatt in Wien statt. Die Konferenz ist mit hochkarätigen Vortragenden und Diskussionsteilnehmern vorwiegend aus Österreich besetzt. Neben Rechtsanwälten, Legal Tech Start-ups, Business Angels und Consultern werden auch Vertreter öffentlicher Institutionen (Staatsanwaltschaft, Ministerien) anwesend sein. Diskutiert wird, ob Legal Tech der Game Changer der Rechtsbranche ist und wie sich Legal Tech auf staatliche Institutionen, Kanzleien, die öffentliche Hand und Rechtsabteilungen auswirken wird.

Wir sind auf die Ergebnisse gespannt!

Weitere Infos zur Veranstaltung: http://legaltech.future-law.at

Anwaltsleistungen zum Fixpreis: Legal Tech-Startup revolutioniert österreichischen Anwaltsmarkt

Erstmals in Österreich werden standardisierte Rechtsprodukte von Rechtsanwälten zum Fixpreis auf einem Online-Portal angeboten

  • Das erfolgreiche Online-Portal meinanwalt.at hat seine Dienstleistungen um ein revolutionäres Feature erweitert:
  • Ab sofort werden Standardleistungen von Rechtsanwälten zu einem Fixpreis angeboten.
  • Konsumenten haben damit erstmalig Kostensicherheit bei Rechtsfragen und bei der Beauftragung eines Anwalts.

Die Digitalisierung ist in keinem Bereich mehr aufzuhalten, nun geht auch die Rechtsberatung online. Während international die sogenannte Legal Tech-Szene boomt, spielte sie in Österreich bisher keine große Rolle. Damit ist nun Schluss: über das große heimische Anwaltsportal meinanwalt.at werden ab sofort standardisierte Rechtsprodukte und Anwaltsleistungen einfach und kostentransparent angeboten. Nutzer können mit wenigen Klicks bequem von zuhause aus anwaltliche Leistungen zum Fixpreis auswählen. Mühsame und zeitaufwändige Erstgespräche in den Kanzleien vor Ort entfallen.

„Nicht wenige Konsumenten überlegen es sich zweimal, ob Sie zum Anwalt gehen, wenn ein rechtliches Problem auftaucht. Vor allem die Sorge um intransparente Kosten hält die Rechtssuchenden davon ab“, so Sven Siebert, Jurist und einer der Gründer und Geschäftsführer des Portals meinanwalt.at. Es entstand die Idee, Rechtsdienstleistungen zu standardisieren und damit vergleichbar zu machen. „Die Produkte sollen verständlich und unkompliziert sein.“

Transparenz & Kostensicherheit beim Honorar

Das Online-Portal meinanwalt.at war die ideale Plattform, um sich zu einem Legal Tech-Startup zu entwickeln. Die angebotenen Rechtsprodukte umfassen u.a. die Bereiche Gesellschaftsrecht, Immobilienrecht, Scheidungsrecht und Beratungen aus dem Erbrecht. Zu jedem Themenbereich bieten Anwälte ihre Dienstleistung zu einem Fixpreis an. „Die Online-Abwicklung ermöglicht kurze Reaktionszeiten und rasche, effiziente Abläufe. Es gibt keine versteckten Kosten, von Anfang an ist ersichtlich, zu welchem Preis eine bestimmte juristische Leistung angeboten wird“, so Sven Siebert, und weiter: „Auch ist im Vorhinein klar, in welcher Zeit mit den Ergebnissen der Anwaltsleistung gerechnet werden kann.“ Die Bezahlung erfolgt direkt an den Anwalt per Rechnung.

Hochqualifizierte Anwälte garantieren ein ausgezeichnetes Service, die Qualität der Leistungen wird permanent überprüft.

Anwaltshonorare werden vergleichbar

Mit dem neuen Feature von meinanwalt.at wird die Beurteilung von Anwaltskosten für Konsumenten insgesamt deutlich erleichtert. Konsumenten können in Zukunft anwaltliche Honorare besser einschätzen und vergleichen.

Über meinanwalt.at

Das Portal wurde 2015 gelauncht und listet alle in Österreich tätigen Rechtsanwälte inklusive entsprechendem Ranking nach Erfahrungsberichten und Bewertungen von Klienten auf. Mittlerweile verzeichnet meinanwalt.at mehr als 60.000 Zugriffe im Monat. Nutzer des Portals können Anwälte nach Fachgebieten oder örtlicher Umgebung suchen. Mit dem neuen Feature werden ab sofort standardisierte Rechtsprodukte ausgewählter Anwälte zum Fixpreis angeboten.

meinanwalt.at